Wilderness Survivial

Das 25 Minuten Lean-To

Vor ein paar Tagen hatte ich genau eine halbe Stunde freie Zeit, bevor ich meinen Sohn vom Kindergarten abholen musste.
Also spazierte ich im nahegelegenen Park um her als mich der Drang übermannte ein Lean-To so auf die Schnelle aufzubauen.
Natürlich war mir von vornherein klar, dass unter diesem Zeitdruck kein perfektes Ergebnis möglich war, denn für ein gutes Lean-To mit ausreichend Dämmung als Regenschutz und Wärmedämmung brauche ich fast 90 Minuten. Doch es ging nicht um Schönheit und Perfektion sondern nur um Speed – volle Geschwindigkeit also.
Hier möchte ich Euch berichten, was dabei rausgekommen ist.

Ein Lean-To ist eine Notunterkunft um sich vor Wind und Wetter zu schützen.

Die Voraussetzungen: 

  • Außentemperatur: Minus 2°C
  • Ort: Städtischer Park
  • Jahreszeit: Spätherbst
  • Windrichting. Nord-West
  • Witterung: Kühl-Feucht mit Bodennebel
  • Tageszeit: Mittag

Der Ablauf:
Gehetzt habe ich nach einem Standort im Parkt gesucht und mich für die Errichtung auf einer kleinen Anhöhe entschieden. Das Lean-To sollte Richtung Süd-Osten hin offen sein, da der Wind in der Region meist aus West bis Nord-West weht. Auch war in der Nähe am meisten Baumaterial zu finden.
Und genau dieses Baumaterial war im Lauf des Baues auch das größte Problem, da ich nur Totholz verwendet habe.

Der Bau war nicht sehr spektakulär, nur ging mir sehr rasch das Material aus. So musste ich wie ein WIlder durch alle Winkel des Parks eilen um genügend totes Holz zum Bau des Gerüstes zu finden.
Mit der Zeit gab der eine Posten ( rechts in den Bildern zu sehen ) durch den Druck ein Wenig nach. Zwar habe ich den Posten relativ gut in den Boden eingestoßen, doch der Boden war sehr feucht und gab immer weiter nach. Mit einer Stütze war das Problem sofort behoben und auch die nötige Stabilität war wieder erreicht.

Isolierung habe ich das massig vorhandene Laub verwendet. Das war auch für mich das Erste mal, da alle anderen Notunterkünfte immer mit Reisig von Nadelbäumen gedeckt und isoliert habe. Mit Laub zu decken ist eigentlich sehr einfach und geht ganz gut. Nur der Wind zerstört die Schichten aus Laub immer wieder. Im Ernstfall würde ich daher Zweige von Nadelhölzern bevorzugen, sofern es welche gibt. Wenn wir in diesem Experiment nur Laub zur Verfügung steht muss man eben in Schichten Laub-dünnes Holz-Laub-dünnes Holz arbeiten um die Isolation bei starken Wind zu fixieren.

Geschafft – das 25 Minuten Lean-To
Es ist hat funktioniert – in einer knappen halben Stunde konnte ich das Lean To errichten, wenn auch nur behelfsmäßig. In einer echten Notsituation müsste ich noch Zeit für die Isolierung investieren und würde wahrscheinlich wieder 90 Minuten brauchen um ein perfektes Lager zu bauen.

 

 

 

 

 

 

 

Learnings:

  • Gut Ding braucht Weil
  • Reisig von Nadelbäumen ist besser für das Decken geeignet als Laub
  • Bei Laubdeckungen müssen Schichten aus Holz und Laub für die Stabilität und Haltbarkeit der Isolierung sorgen

Lustig war der Versuch allemal, auch wenn ich total verschwitzt in den Kindergarten kam.

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Ein Gedanke zu „Das 25 Minuten Lean-To

  1. Update: Nach 10 Tagen habe ich das Lean-To nochmals besucht und ….
    … es steht immer noch und zwar inklusive der Isolation also der Blätter. Wind und Wetter haben zwar ein Wenig abgetragen, aber im Großen und Ganzen ist das Lean To noch total einsatzfähig.
    Schön trocken unter dem Lean-To und auch Schutz vor Wind.

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