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Morsches Holz nutzlos? 6 Survival Tricks mit Junkwood

Junk Wood Punk Wood

Sehr morsches, fasriges Holz – im englischen Bushcraft Jargon oft Junk Wood oder Punk Wood genannt ist keineswegs etwas wo wir Survivalisten einfach vorbeigehen. Es ist trotz, oder gerade wegen, seiner Brüchigkeit eine wertvolle Ressource. Eine List mit einigen ergänzenden Erklärungen findest du in diesem Beitrag!

Zu den häufigsten Anwendungen von Junk Wood zählen:

Junk Wood Punk Wood Survival Wissen

Nahrungsquelle:
Das Holz ist leicht aufzubrechen und zu zerlegen. In seinem Inneren findest du sehr häufig Insekten, Käferlarven oder Ameisen und deren Puppen. All das kannst du als Notnahrung oder als Köder einsetzen wenn du es aufbereitest. Das Holz selbst zu essen ist nicht besonders sinnvoll – darauf gehe ich unten im Beitrag noch ein.
Genaueres dazu lernst du in meinem Online Notnahrungs Coaching!

Verkohlen für Charred Punk Wood:
Durch das verkohlen fängt das Material Funken vom Feuerschlagen / Feuerstahl noch wesentlich besser. Genauso gut wie beispielsweise das so verbreitete Char Cloth.
Warum solltest du Zunder herstellen wenn du schon ein Feuer am Brennen hast? Die Antwort dazu lautet “Next Fire Mentality” und findet sich unter anderem im Buch “600 Survival Tipps zum Überleben in der Natur” – von Reini Rossmann. Natürlich.
Hast du Charred Punk Wood hergestellt wirst du dir beim Entzünden deines nächsten Feuers voraussichtlich wesentlich leichter tun denn es lässt sich auf vielfältige Weisen einsetzen.

Anzünden mit Feuerstahl:
Auch trockenes, unverkohltes Junk Wood fängt Funken deines Feuerstahls gut auf. Das Holz hat allerdings die Angewohnheit sich dabei nicht direkt mit einer Flamme zu entzünden sondern nur vor sich hin zu glühen. Du musst es also in den allermeisten Fällen nach dem Entzünden in einem Zunderbündel anblasen bis es brennt!

Als Glutverstärker im Zundernest verwenden:
Hast du Glut mit einem Hand- oder Bowdrill gebohrt kannst du Junk Wood in die Mitte deines Zundernest bröseln. Dabei muss es wirklich gut aufgefasert sein um beim Anblasen die Glut gut auffangen zu können. Gut geübte Feuermacher können das Holz auch direkt zum anblasen verwenden.

Transport von Glut:
Durch die Eigenschaft des Holzes einfach lange vor sich hinzuglühen ist es gut möglich Glut damit bis zur nächsten Feuerstelle zu transportieren. Dazu wird ausreichend glühendes und nicht glühendes Material (als Nahrung für die Glut) am besten in einen gut belüfteten Behälter gepackt und transportiert. Es kann notwendig sein die Glut darin immer wieder durch anblasen anzufachen!

Rauchen lassen zur Abwehr von Insekten:
Richtig platziert kannst du Junk Wood rauchen lassen um zu versuchen Insekten damit abzuwehren. Ich schreibe absichtlich “versuchen” denn die Wirkung ist, abhängig davon welches Holz du da rauchen lässt, sehr begrenzt. Sitzt du dabei am Lagerfeuer dann hilft der Rauch des Lagerfeuers schon wesentlich mehr!
Eine Freundin hat erwähnt sie nutze Junk Wood um ihre Bienen bei der Honigernte zu beruhigen. Hierbei sitzt du natürlich nicht an einem Lagerfeuer sondern trägst das rauchende Material mit dir herum. Sehr praktisch.

Noch mehr Tipps zu allen Möglichen Ressourcen die du in der Natur finden kannst findest du ebenfalls in meinem Buch!

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Isolationsmaterial:
Meiner Erfahrung nach ist dies in der Praxis untauglich. Klar isoliert eine Schicht Junk Wood besser als eine Schicht holz weil sich aufgrund der Struktur einfach mehr Lufteinschlüsse darin finden… Aber es zeigt sich dass es kaum vorkommt dass man geeignete Mengen dieses Materials findet um sich effektiv damit von Kälte zu isolieren. Zumindest in den Gegenden in denen ich Unterwegs bin ist dies nicht der Fall.

Es finden sich Artikel die beschreiben dass beim Abbau des Holzes durch Mikroorganismen Wärme entsteht. Dieses Phänomen kann man häufig dann beobachten wenn man im Wald auf einen Haufen gehäckseltes Holz trifft der nach einer Holzernte auf seinen Abtransport wartet. Diese Haufen werden oft richtig heiß. So heiß dass du dir beinahe die Hand verbrennst wenn du sie hineinsteckst. Wenn es draussen schon Kalt kannst du die Holzhaufen schon von weitem dampfen sehen. Das Phänomen existiert also tatsächlich… allerdings ist es so dass man in der Praxis vielleicht mal einen einzelnen morschen Baum findet. Viel zu wenig Holz und in ganz unterschiedlichen Stadien des Abbaus also. So ein Baum wird daher niemals eine derart heftige Reaktion entwickeln wie die beschriebenen Häckselhaufen. Diese Energie ist in der Natur für uns so ohne weiteres also leider nicht nutzbar.

Survival Tricks

Auf dem Bild siehst du einen solchen Haufen mit einem Auto zum Größenvergleich. Wenn du genau schaust kannst du sogar sehen wie das Holz oben dampft.

Das Holz essen:
Einige Kommentare unter dem Facebook Posting sagen man solle das Holz direkt essen oder etwa in einer Suppe verkochen.
Zwei Anmerkungen dazu:
1) Bei derart verrottetem Holz ist es sehr häufig der Fall dass sich die Baumart nicht mehr exakt bestimmen lässt. Handelt es sich zum Beispiel um eine Robinie oder Eibe könntest du dich mit der Aufnahme des Holzes als Nahrung vergiften – was schlimme folgen haben kann!

2) Ähnlich wie bei der häufig beschriebenen Aufnahme von Bast als Nahrung sollte man sich bewusst sein dass das Holz zwar Nährstoffe enthält, wir Menschen diese aber durch unseren Magen nicht aufnehmen können. Dazu müssten wir ein anderes Verdauungssystem zur Verfügung haben – klarer weise ist das nicht möglich. Das Essen von Junk Wood oder Bast hat also lediglich den Sinn dass es unseren Magen füllt und wir so den Hunger unter Umständen besser verkraften können.