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Survival Wissen

Survival Wissen: Giftschlangen in Europa

lücklicherweise sind Bisse von Giftschlangen in Europa eher selten und gehen meist ohne Folgen aus.
Das liegt aber auch daran, dass alle Giftschlangen in Europa aus der Familie der Vipern stammen. Dazu aber später mehr.

Schätzungen zufolge enden weltweit nur 2 bis 3 Prozent aller Schlangenbisse tötlich. Dazu kommt, dass Bisse vermeidbar und meist auf das Fehlverhalten durch uns Menschen zurück zu führen sind.
Ihr seht also, die Gefahr durch Giftschlangen ist global gesehen bescheiden abgesehen von Giftschlangen Hotspots in Australien und Regenwäldern.

Schlangen im Mitteleuropa

In Mitteleuropa haben wir es mit 2 Schlangenfamilien zu tun:
1. den Nattern und
2. den Vipern

Wichtig zu wissen ist, dass nur die Vipern zur Gruppe der Giftschlangen gehören. Es gibt zwar in Südeuropa 2 Arten von Nattern die durch den Biss starke Schmerzen verursachen, aber keine echte Giftwirkung erzeugen.

Da wir es nur mit 2 Familien zu tun haben macht es Sinn die Beiden unterscheiden zu können, und in der Tat ist das mit dem richtigen Survival Wissen gar nicht mal so schwer.

Unterscheidungsmerkmale

1. Augen
Die Pupillen der Nattern sind rund, während die Pupillen der Vipern senkrechte Schlitze bilden.
Das ist zwar eine eindeutige Unterscheidung, doch in der Praxis nicht immer hilfreich, da man oft nur den Körper oder gar nur den Schwanz zu sehen bekommt.

2. Körperbau
Nattern sind schlanke Tiere. Im Gegensatz dazu sind Vipern bullig, stämmig und eher kurz.

Der Kopf der Nattern ist nicht so deutlich abgesetzt wie das bei den Vipern der Fall ist. Bei den Vipern ist der Kopf deutlich abgesetzt und V-Förmig.

Ein wichtiges Merkmal ist auch der Hinterteil der Schlange. Bei Natter ist der “Schwanz” in der Regel lang und spitz. Vipern und Ottern haben eher kurze und runde “Schwänze”
Das ist besonders hilfreich, da man oft ohnehin nur den Schwanz bei der Flucht der Schlange zu sehen bekommt.

Welche Schlangenarten gibt es in Mitteleuropa?

Bei den Nattern findet man in Mitteleuropa

  • Zornnatter
  • Ringelnatter
  • Äskulapnatter
  • Vipernnatter
  • Würfelnatter
  • Schlingnatter

Bei den Vipern findet man
* Kreuzotter
* Aspisviper
* Hornotter / Sandviper
* Wiesenotter

Die Kreuzotter ist sicher die verbreiteste Giftschlange in Europa und kommt im gesamten deutschsprachigen Raum vor.
Aspisviper ist in kleinen Teilen Deutschland und Teilen der Schweiz anzutreffen.
Die Hornotter kann man im südlichen Österreich und Südtirol finden.
Die Wiesenotter ist auch kleine Teile Österreichs begrenzt.

Lasst uns daher die Kreuzotter näher unter die Lupe nehmen.
Die Kreuzotter verfügt über ein sehr starkes Gift, dass Gifte viele gefährlicheren tropischen Schlangen in den Schatten stellt.
Doch gibt die Kreuzotter nur äußerst geringe Mengen ab.
Daher ist diese Schlange nur für Kleinkinder, ältere oder immunschwache Menschen wirklich tötlich gefährlich.
Die Kreuzotter ist nicht aggressiv und wird bei Gefahr versuchen zu flüchten.

Vorbeugung ist das A und O

Respekt ist das Schlüsselwort. Ein Beispiel ist ein Unfall mit einer Kreuzotter in Österreich. Im Sommer 2012 hat ein 5 Jähriger bei einer Wanderung eine Otter dermaßen bedrängt und mit Stöcken geärgert, bis diese dann zubiss. Der Schlange darf man an dem Unfall keine Schuld geben…

Ebenso sollte man nicht in Felsspalten oder Löcher greifen.
Das fällt mir eine Geschichte ein. Als 8 Jähriger war ich mit meinem Vater Fischen. Es gibt an dieser Stelle 2 Teiche die mit einem Kanalrohr mit einander verbunden sind. Ich blickte kopfüber in dieses Rohr als sich vor mir eine Schlange – heute vermute ich eine Ringelnatter – aufbäumte und in Drohhaltung überging. Sehr schnell hatte ich wieder den Kopf aus dem Rohr und Etwas gelernt.

Bei schwül-heißem Wetter ist es dazu sinnvoll besonders auf den Weg zu achten und nicht auf “Stöcke” zu steigen. Bei schwül-heißer Witterung sind Schlangen sehr träge und bewegen sich nur wenn es umbedingt sein muss.