Krisenvorbereitung & Urban Survival

Blackout Kocher in der Stadtwohnung

Immer wieder werde ich gefragt: Reini Rossmann, wie kann ich in einer Krisensituation ohne Strom Nahrung oder Wasser kochen, wenn ich in einer Stadtwohnung bin und ich daher kein Lagerfeuer machen kann? – Und wenn du jetzt in Richtung Gaskocher oder Benzinkocher denkst, dann bist du möglicherweise auf dem falschen Weg. Wenn du wissen willst, was ich dir da empfehlen kann, dann lies weiter!

Es wird jetzt gleich vielleicht den einen oder die andere geben, der sagt: Warum soll ich keinen Gaskocher in meiner Wohnung verwenden? Dazu eines; Du kannst einen Gaskocher verwenden. Ich habe das auch schon Indoor gemacht, aber das ist halt vielleicht in gewissen Situationen nicht so toll. Warum? Gas in Räumen – ich wäre da vorsichtig. Aber gut, zur Not geht es auf die Schnelle.

Das Selbe gilt für Benzinkocher. Ein Benzinkocher Indoor ist auch nicht unbedingt toll, denke nur an den Gestank und an die Dämpfe, die Gase, die hier entstehen. Das ist keine – wie man in Österreich sagt – geschmeidige Lösung. Es geht zur Not und es ist besser als nichts, aber es gibt eine bessere Variante die du hier kennen lernen wirst.

Und das Letzte: ein Feuer anzünden. Wenn du in einer Stadt wohnst, und zwar nicht in einer Kleinstadt irgendwo im Waldgebiet, sondern in einer richtigen Stadt wo es ringsherum auch kein Holz gibt sondern eher nur Beton, dann spielt es das mit dem Feuer in dieser Form ganz einfach nicht. Vielleicht hast du einen kleinen Schwedenofen mit einer geraden Fläche auf der Du zur Not kochen könntest – aber wieviel Feuerholz hast du in Deiner Wohnung gebunkert? Wie oft kannst du damit kochen?

Die Lösung ist wirklich extrem einfach. Bei Amazon, aber auch immer wieder bei diversen Discountern, findest du sogenannte “Brennpaste“. Diese wird normalerweise zum Fondue machen oder zum Warmhalten eines Buffets eingesetzt (bei einer Gartenparty zum Beispiel). Manche Leute sagen dass diese Paste nicht heiss genug brennt um damit zu kochen – aber ich kann dir aus eigener Erfahrung berichten dass das nicht stimmt. Man kann mit Brennpaste sehr gut kochen! Sogar die Schweizer Armee hatte Kocher im Einsatz die auf Basis von Brennpaste funktionieren und es wird von diversen Stellen empfohlen diese für den Notfall zuhause zu haben – denn sie ist genau für den Einsatz über den wir hier sprechen, nämlich den Indoor-Einsatz, gemacht worden.

Brennpaste
Brennpaste – ein alternativer Brennstoff für stromloses Kochen

Ein weiterer Vorteil der Paste ist, dass du sie in jedes feuerfeste Gefäß das du Zuhause findest einfüllen und darin entzünden kannst. Es gibt aber auch, wie im Bild auf dem Tisch ersichtlich, fertig dosierte Dosen voller Brennpaste die sich direkt als Kochstelle nutzen lassen.

Entzünden lässt sie sich ganz einfach auf die klassische Variante mit dem Feuerzeug (wer kein Feuerzeug zuhause hat, egal ob Raucher oder nicht, macht sowieso etwas verkehrt 🙂 ) oder mit der Survival Variante mit dem Feuerstahl. An dieser Stelle bekomme ich häufig Kommentare darüber dass es Sinnlos wäre alles mit dem Feuerstahl entzünden zu wollen – aber denke, speziell beim Thema Black-Out Vorbereitung, einfach mal daran wie oft du nur mit einem Feuerstahl und einer Tube Brennpaste kochen kannst. Du benötigst nur den Funken des Stahls, keine Flamme, kein Gas oder Benzin – und dein Feuer brennt. Das geht genauso einfach wie mit dem Feuerzeug, ist aber wesentlich Fehler-unanfälliger und hält ganz einfach länger.

Anzünden des Kochers mit dem Feuerstahl
Der Feuerstahl ist nicht nur für Outdoor Aktivitäten interessant.

Die Flamme der Brennpaste ist beinahe unsichtbar, solange dir keine Fett, Schmutz oder Essensreste hineinfallen zumindest. Aber die Flamme ist klarer weise deutlich spürbar. Schon jetzt sollte dir beim Ausprobieren klar werden dass es durchaus möglich ist damit zu kochen.

Wichtig ist jetzt, der Aufbau deiner Kochstelle. Diese sollte halbwegs stabil und sicher sein damit du dich nicht verletzen kannst oder vielleicht unabsichtlich deine schöne Wohnung in Brand setzt (dieses Risiko besteht sowieso immer beim Kochen). Du kannst die Kochstelle ganz einfach aus Haushaltsgegenständen improvisieren.
In meinem Beispiel verwende ich:

  • Einen Teller als Feuerfeste Unterlage
  • Vier Konservendosen
  • Einen Grillrost aus dem Backofen

Und so sieht das ganze dann aus:

aufbau des kochers
Improvisieren gehört zur Kunst des Überleben

Wenn Du der Meinung bist, dass zu wenig Hitze entsteht, dann nimmst du einfach zwei Teller oder drehst den Teller den Du als Unterlage verwendest ganz einfach um. Auf diese Weise kannst du die Hitze unter deiner Mahlzeit recht einfach regeln.

Oben auf dem Grillrost über der Flamme stellst Du dann klarerweise deinen Topf mit dem Wasser oder deiner Mahlzeit ab und wartest bis es kocht.

Wenn du das selbst ausprobierst dann wirst du spätestens jetzt merken dass beim Kochen kein unangenehmer, oder gar Gesundheitsschädlicher, Geruch ensteht. Wenn man ein feines Näschen hat dann ist eventuell schon ein leichter Geruch bemerkbar – dieser ist aber mit dem eines Gas oder Benzinkochers definitiv nicht zu vergleichen! Natürlich solltest du aber aus Sicherheitsgründen, wie bei jeder offenen Flamme, darauf achten dass der Raum in dem Du dich befindest ausreichend belüftet ist und für den Notfall zumindest einen kleinen Haushaltsfeuerlöscher in deiner Nähe haben!

Wenn du, so wie ich auf dem Bild, die Dosenvariante der Brennpaste verwendest dann kannst du diese Dose nach Gebrauch – oder während dessen, falls die Flamme ausgeht – ganz einfach wieder auffüllen. Wirf die Dose also nicht weg!

Meine Empfehlung: Wenn du für einen Black-Out vorbereitet sein möchtest, dann besorge dir Brennpaste in größeren Mengen und einen Feuerstahl!

Wenn du eine genauere Anleitung zu diesem Thema und weitere Erklärungen zu vielen Bereichen aus der Krisenvorbereitung suchst dann ist vielleicht mein Online Video Lehrgang zu diesem Thema genau das richtige für dich! Darin erkläre ich dir in vielen Stunden Videomaterial worauf es wirklich ankommt wenn du dich auf eine reale Krise vorbereiten möchtest. Es geht also nicht um die Zombieapokalypse oder ähnlichen Schwachsinn… nein es geht um realistische Szenarien wie zum Beispiel dem großflächigen Ausbleiben der Stromversorgung – denn so etwas kann vorkommen und es ist einfach sinnvoll sich zumindest grundlegend darauf vorzubereiten.

Danke fürs Lesen! Wie siehst du das? Ich würde mich über einen Kommentar zu dem Thema sehr freuen.

Dein Reini Rossmann vom Survival Shop Überlebenskunst.

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